19. Februar 2025

WiSe 2024/25: Exkursionen in das Ahrtal WiSe 2024/25: Exkursionen in das Ahrtal

Begegnungsorte und Erinnerungskultur im Ahrtal nach der Flutkatastrophe

Im Rahmen zweier Exkursionen besuchen Bachelorstudierende für Geographie das Ahrtal.

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p1031731 © Julia Noppeney
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Im Wintersemester 2024/25 fanden zwei Exkursionen in das Ahrtal als Lehrveranstaltungen für den Bachelorstudiengang Geographie statt. Diese stehen eng mit den Themen des von SOZIAHR in Verbindung und wurden von Susanne Bell (Projektkoordinatorin SOZIAHR) angeboten. Hierbei wurden unterschiedliche Orte im Ahrtal erkundet. Streckenweise begleitet durch fachkundige Expert:innen wurde den Studierenden die Lebensrealität und jüngere Geschichte des Ahrtals nähergebracht. Um die Wahrnehmung für räumliche Veränderungen durch Umwelteinflüsse sowohl funktional als auch atmosphärisch zu schulen ergänzten kleine Übungen die Begehungen.

Die erste Exkursion am 10. Januar behandelte „Erinnerungskultur im Ahrtal nach der Flutkatastrophe“. An welchen Stellen im Ahrtal sieht man noch getrockneten Schlamm, kaputte Fensterscheiben und Hausruinen aus der Flutnacht 14./15. Juli 2021? Wie entstehen ungeplant Erinnerungsorte und -objekte, die als „stille Zeitzeugen“ dienen, und welche Wirkung entfalten sie auf die Nutzung des öffentlichen Raumes, das Wohlbefinden der Menschen und die kollektive Bewältigung dieses einschneidenden Ereignisses? Welche Gedenkstätten wurden bewusst geschaffen, um an welche bestimmten Aspekte des Ereignisses zu welchem Zweck zu erinnern?

Die zweite Exkursion fand am 19. Februar statt und behandelte „Begegnungsorte im Ahrtal nach der Flutkatastrophe“. Im Nachgang der Flutkatastrophe sind eine Vielzahl neuer Begegnungsorte entstanden, von der spontanen und kurzlebigen Versorgungsecke bestehend aus zwei Bierzeltbänken, Kaffee und belegten Brötchen bis hin zur fest institutionalisierten Begegnungsstätte, die über drei Jahre nach der Flutkatastrophe noch gesellige Aufenthaltsräume und ein buntes Programm für Jung und Alt bietet. Solche Orte, an denen Menschen zusammenkommen und gemeinsam das Erlebte verarbeiten können, sind essenzieller Bestandteile der emotionalen Bewältigung vieler Flutbetroffenen. Sie helfen gegen Einsamkeit, Trübsinnigkeit, Vertrauensverlust und Selbstzweifel. Sie können aber auch dazu führen, dass sich negative Stimmungen ausbreiten und sich dysfunktionale Gruppendynamiken herausbilden. Was ist bei der Gestaltung von Begegnungsorten zu beachten, sodass sie möglichst vielen Menschen etwas Positives mitgeben können und insgesamt dem sozialen Zusammenhalt förderlich sind?

Auf den jeweiligen Exkursionen wurde diesen Themen und Fragen nachgegangen und mit diesem thematischen Fokus das Ahrtal vor Ort erkundet.

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