10. September 2026

Soziale Lösungsansätze für das Ahrtal Soziale Lösungsansätze für das Ahrtal

Workshop und Podiumsdiskussion. Am 09.09.2026 wurden vielfältige Lösungsideen für Herausforderungen, die in vorhergegangenen SOZIAHR-Workshops thematisiert wurden, weiterentwickelt und diskutiert.

WS 6: Podiumsdiskussion
WS 6: Podiumsdiskussion © Maja Leven / Uni Bonn
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Bitte füllen Sie dieses Feld mit dem im Platzhalter angegebenen Beispielformat aus.
Die Telefonnummer wird gemäß der DSGVO verarbeitet.

Der sechste SOZIAHR-Workshop der Workshopreihe „Soziale Herausforderungen im Ahrtal“ fand nachmittags in den Räumlichkeiten der Hochschule Koblenz am Standort Remagen statt. Dieser wurde erstmalig durch eine abendliche Podiumsdiskussion ergänzt. Der Tag war darauf ausgelegt, eine Zwischenbilanz der bisherigen 5 Workshops zu ziehen, die vielversprechendsten Lösungsansätze zu vertiefen und den weiteren Prozess zu diskutieren. Es nahmen insgesamt ca. 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Hilfsorganisationen, Vereinen und anderen Bereichen Teil, die die Veranstaltung mit ihren vielfältigen Perspektiven bereicherten und den konstruktiven Austausch voranbrachten.

Eine ausführliche Dokumentation aller Inhalte sowie ein Ausblick auf konkrete nächste Veranstaltungen wird voraussichtlich im November veröffentlicht.

IMG_0150.webp
© Maja Leven / Uni Bonn

Eröffnung, Rückblick & Ausblick

Zur Eröffnung der Veranstaltung boten Susanne Bell (SOZIAHR) und Jonas Weck (WfdW) einen kurzen Rückblick auf die bisherigen Aktivitäten des Forschungsprojekts. Dabei lag ein besonderer Fokus auf der aktuell laufenden Bevölkerungsumfrage sowie den Ergebnissen der Bestands- und Bedarfsanalyse der Begegnungsstätten im Ahrtal.

Zudem wurde der bisherige Workshop-Prozess vorgestellt und die unterschiedlichen Rollen von Wissenschaft und Praxis reflektiert. Während sich SOZIAHR künftig auf die Analyse der gewonnen Daten fokussiert, wird das praktische Handlungspotenzial bei den Akteurinnen und Akteuren aus dem Ahrtal gesehen. Die gemeinsamen Workshops können zum produktiven Austausch anregen und als Brainstorming-Plattform dienen. Um Lösungsansätze in die Umsetzung zu bringen, brauche es allerdings ein darüber hinausgehendes Engagement seitens der Praxis. Die Frage, in welcher Form der Workshop-Prozess in den nächsten Jahren fortgesetzt werden soll, werde daher gemeinsam in der abendlichen Podiumsdiskussion vertieft.

World Café

Anschließend ging es zum Herzstück dieses Workshops über, dem World Café mit sieben unterschiedlichen Thementischen.

WS 6: World Café - Corporate Volunteering
Thementisch - Corporate Volunteering © Maja Leven / Uni Bonn
WS6: World Café
Thementisch - Richtlinie für akute Einsatzlagen © Maja Leven / Uni Bonn

Die Themenwahl für die Thementische wurde auf Basis der vergangenen SOZIAHR-Workshops getroffen. Die sieben Themen wurden jeweils von einer Expertin oder einem Experten moderiert:

    1. Zentrale Ansprechpersonen bei Verwaltungen
      • moderiert von Lothar Kirschbauer vom Kompetenznetzwerks WfdW
    2. Willkommenspaket für Neurentner
      • moderiert von Lisa-Marie Weber vom Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr (Geschäftsstelle Ahrweiler)
    3. Richtlinien für Friedenszeiten
      • moderiert von Jonas Weck vom Kompetenznetzwerks WfdW
    4. Richtlinien für akute Einsatzlagen
      • moderiert von Thorsten Trütgen vom Deutschen Roten Kreuz
    5. Zentrales Register für den Notfall
      • moderiert von Nick Falkner von der Stiftung Ahrtal
    6. Corporate Volunteering
      • moderiert von David Bongart von der Zukunftsregion Ahr e.V.
    7. Gemeinschaftliches Wohnen
      • moderiert von Hans-Dieter Villmow vom ZWeiG e. V. und LAG GeWo RLP e.V.
    WS 6: World Café - Zentrales Register für den Notfall
    Thementisch - Zentrales Register für den Notfall © Maja Leven / Uni Bonn

    In zufällig zusammengestellten Kleingruppen von 3-4 Personen hatten die Teilnehmenden pro Thementisch jeweils etwa 15-20 Minuten Zeit, um Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln, neue Fragen zu sammeln und diese zu diskutieren. Dabei wurde sich an acht Kernfragen orientiert, die zur Strukturierung der Ergebnissammlung beitrugen:

    1. Was ist unklar? Welche Informationen fehlen?
    2. Was spricht dafür? Was gibt es zu gewinnen?
    3. Was spricht dagegen? Woran könnte es scheitern?
    4. Welche Akteure müssen einbezogen werden?
    5. Welche Vorlagen / Best-Practice-Beispiele gibt es?
    6. Welche Fördermöglichkeiten gibt es?
    7. Was sind nötige nächste Schritte zur Umsetzung?
    8. Wer würde sich an einem Arbeitskreis beteiligen?

    Das Zusammentreffen vielfältiger Perspektiven führte zu einem produktiven Austausch, dessen Ergebnisse auf Flipcharts festgehalten wurden. Ein zentraler Aspekt war dabei die Einladung, sich zu vernetzen und für Arbeitskreise zu den einzelnen Themen einzutragen. Auf diese Weise können die behandelten Ziele in die Praxis weitergetragen, fortführend bearbeitet und konkrete Ideen perspektivisch umgesetzt werden. Die Teilnehmenden zeigten großes Engagement und bildeten direkt vor Ort erste Zusammenschlüsse, um im aktiven Austausch zu bleiben und die gefassten Ideen weiterzuentwickeln. 

    World Café - Thementisch
    World Café - Thementisch © Maja Leven / Uni Bonn
    World Café - Corporate Volunteering
    Thementisch - Corporate Volunteering © Maja Leven / Uni Bonn
    Gallery Walk
    Gallery Walk © Maja Leven / Uni Bonn

    In der Kaffeepause und der Pause zum Abendimbiss gab es neben umfangreicher Verpflegung und guter Gespräche auch einen Gallery Walk. Hierbei wurden einige Überblicksdarstellung und Schaubilder ausgestellt, die das SOZIAHR-Team auf Basis der bisherien Workshops und ergänzender Interviews mit Personen aus dem Fluthilfe-Netzwerk erarbeitet hat. Konkret wurden hier Problembereiche und Knackpunkte bei der Lösungsfindung, Akteursgruppen und deren Interaktionsweisen sowie weitere Lösungsansätze präsentiert. Einerseits konnte hier gelesen und geschaut werden, andererseits wurden die Teilnehmenden eingeladen, den Pinnwänden eigene Ideen und Ergänzungen hinzuzufügen.

    Podiumsdiskussion

    Am Abend begann mit der Podiumsdiskussion der zweite Teil der Veranstaltung. Die Kernfrage war dabei: Wo liegen die größten Potentiale und wie kann eine Umsetzung funktionieren?

    Podiumsdiskussion
    © Maja Leven / Uni Bonn
    WS 6: Podiumsdiskussion
    © Maja Leven / Uni Bonn

    Das Podium wurde von Nick Falkner (Stiftung Ahrtal), Hans-Dieter Villmow (ZWeiG e.V.) und Sonja Wuttke (Stadt Sinzig) besetzt und durch Susanne Bell und Jonas Weck moderiert. Darüber hinaus wurden alle Gäste herzlich aufgerufen, sich an der Gesamtdiskussion zu beteiligen. Diese Möglichkeit nutzen viele der ca. 50 Anwesenden, sodass die Diskussion sehr lebendig verlief und von allen im Raum gewinnbringend mitgetragen wurde.

    Auf diese Weise wurde die gemeinsame Arbeit im World Café reflektiert und konkret die Umsetzung der entwickelten Lösungsansätze diskutiert. Besonders hervorgestochen ist die Frage nach Verantwortlichkeit, also wer für die Umsetzung von Lösungen zuständig sei. Je nach Thema gab es auf diese Frage keine einheitlich gültige Antwort, grundsätzlich schien sich jedoch die Mehrheit einig zu sein, dass auf jeden Fall das Engagement und der Einsatz für konkrete Lösungsentwicklungen nicht nur von der Politik alleine zu stemmen sei, sondern auch aus der zivilen Bevölkerung kommen muss.

    Darüber hinaus war ein Schlüsselwort, das wiederholt genannt und betont wurde, die Vernetzung. Menschen müssten sich zusammenschließen und gemeinsam in die Umsetzung kommen. Wichtig sei, Ideen nicht nur entwickeln, sondern zusammen angehen und andere Menschen auf diesem Weg mitnehmen, sodass man sich gegenseitig unterstützen kann. Durch eine solche Zusammenarbeit seien praktische Lösungsfindungen und deren Umsetzung trotz verschiedener Hürden auf dem Weg möglich.

    Abschließend sprachen Susanne Bell und Jonas Weck einen herzlichen Dank an alle Teilnehmenden aus und hoben das große Interesse und Engagement hervor, das seit fast zwei Jahren von so vielen Beteiligten gezeigt werde. Besonderer Dank gilt dabei den Moderatorinnen und Moderatoren der Thementische sowie allen Helfenden bei Organisation und Durchführung. Passend zum Stichwort Vernetzung wurde der gemütliche Ausklang zum Abschluss dazu genutzt, sich auszutauschen, weiter zu diskutieren und Kontakte zu knüpfen. 

    Wird geladen